Wilhelmshaven muss Fahrrad-Oberzentrum werden



Fahrradstraßen und damit insgesamt mehr Raum für Fahrradfahrer:innen muss zukünftig wie selbstverständlich entstehen.

30-04-2021 - | BASU fordert mehr Anreize für den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad und Platz für Lastenräder.

Nachdem ein Teil der Freiligrathstrasse vor wenigen Jahren zu einem Vorzeigefahrradweg entwickelt und umgebaut wurde, muss nun auch die gesamte Infrastruktur Wilhelmshavens für den Fahrradverkehr dringend einer nachhaltigen Überarbeitung unterzogen werden.

Ein schön geschriebener Artikel mit Optionen im lokalen Gemeindeorgan reicht nicht aus.

Autostadt wird Auslaufmodell

Wenn Niedersachsen den Radverkehr mit seinem Fahrrad-Mobilitätskonzept und 300 Millionen Euro fördert, und der Staat sogar mit fast 1,5 Milliareden Euro für die Fahrradinfrastruktur einplant, ist das ein deutliches Signal, dass das Oberzentrum den Weg zu einer Vorzeigekommune nicht nur einschlagen, sondern beschleunigen muss.

Der Klimawandel ist ein weiterer Grund, fahrradfreundlicher zu werden, denn die gesparten Emissionen sind ein aktiver Beitrag zur Reduzierung des CO2-Anteils in der Atmosphäre.

Fahrräder gelten als das effizienteste Fortbewegungsmittel

Ein Auto steht  23 von 24 Stunden einfach nur herum und ist somit das ineffizienteste Fortbewegungsmittel.

Die Option der Autoindustrie, genau so viele Elektroautos wie Verbrenner auf den Markt zu bringen ist Irrsinn Hoch Drei. Schon allein die Umweltbilanz, d. h. die  Produktion von Elektrofahrzeugen, ist nachweislich schlechter.

Den Bürger:innen muss ein "Katalog" an Anreizen zur Verfügung gestellt werden, der den Umstieg vom Auto auf das Rad erleichtert.

Wichtig ist, dass gerade die jungen Leute ab dem Geburtsjahr 2000 ("Fridays for Future") und ältere Mitbürger ab 65 Jahren (ca. 25% der Wilhelmshavener) für das Fahrradfahren sensibilisiert werden, um das Auto öfter mal stehen zu lassen.

Das Fahrrad muss als preislich erschwingliche Alternative bereit gestellt werden, fast ohne Nebenkosten und dabei umweltfreundlich.

Für die jungen Mitbürger geht das nur einher mit ausreichend und attraktiven Arbeitsplätzen hier in der Region, die bequem und sicher mit dem Fahrrad in Kombination mit einem kostengünstigen ÖPNV erreicht werden können, damit z. b. keine zusätzlichen Kosten für die Mitnahme des Fahrrades in der Bahn entstehen.
Für die ältere Generation könnten statt der Lastenfahrräder z. B. Dreiräder die Alternative zum Auto werden!

Fahrradschnellwege

Auf der Schulstraße muss deutlich werden, dass Fahrradfahrer generell Vorfahrt haben, sonst sind Unfallsituationen vorprogrammiert und die Bezeichnung Radschnellweg ergibt gar keinen Sinn.

Kreuzungen von Radschnellwegsystemen mit vielbefahrenen Straßen müssen dringend entschärft werden.

Fahrrad- und fussgängerfreundliche Ampelschaltungen müssen zum Standard werden

Ein Unding sind die Ampelschaltungen, wo dem Auto immer noch Vorrang eingeräumt wird. Fußgänger:innen müssen sich ganz schön beeilen, um überhaupt bei einer Grünphase den gegenüberliegenden Bürgersteig erreichen zu können. Die Kreuzung Werdumer Straße in Altengroden ist die Krönung der Absurdität, wenn man es mit der Fahrradstadt wirklich ernst meinen würde. Hier müssen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen ohne jedweden Hinweis die Ampel selbst betätigen, um überhaupt über die Straße zu gelangen.

Stadtradeln

Das jährliche Kilometersammeln für ein klimafreundlicheres Wilhelmshaven muss mehr ins Bewusstsein der Bürger:innen rücken. Das wiederkehrende Ereignis sollte deutlich aktiver fortlaufend über aktuelle Anreizsysteme und Förderprogramme für den Umstieg vom Auto auf das Rad informieren und aufklären.

Lastenräder fördern

Im Zuge der Umstrukturierung zu einer Fahrrad-Vorzeigestadt muss eine Infrastruktur für E-Bikes aufgebaut werden, die es den Fahrradfahrer:innen erleichtert ihre Ziele zu erreichen und gleichzeitig der Anreiz für ein sorgenfreies Aufladen bietet. Zusätzlich sollen Testzentren eingerichtet werden, in denen Interessierte und Umstiegswillige verschieden Fahrradtypen ausprobieren können. Das könnte gemeinsam mit Fahrradhändlern umgesetzt werden.

Der Umstieg auf Lastenräder ist auch für Gewerbetreibende interessant, die umstrukturiert nicht die gesamte Ausrüstung zu ihren Kunden transportieren müssten.
Fahrradverleihstationen, auch für Lastenräder, müssen neben Autoverleihstationen in Wilhelmshaven etabliert werden.

Rivalität Auto gegen Fahrradfahrer:innen

Ein ernstzunehmendes Problem sind weiterhin die Konflikte zwischen den Verkehrsteilnemer:innen, die vom vorsätzlichen Schneiden von Fahrradfahrer:innen bis zur körperlichen Auseinandersetzung reichen.

Hier könnte eine städtische Kampagne zusammen mit dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) helfen, der sich seit Jahrzehnten konstruktiv mit diesem Thema auseinandersetzt, um mehr Bewußtsein für Radfahrer:innen und gefährlichen Manövern von Autofahrer:innen zu entwickeln.

Kopenhagen und die Niederlande machen es vor

Wilhelmshaven muss von anderen Städten lernen, um schnellstmöglich fahrrad- und klimafreundlicher zu werden. Davon profitiert nicht nur die Luftqualität Wilhelmshavens, sondern auch die Verkehrsteilnehmer:innen, durch weniger Unfälle, eine ansteigende Fitness und zunehmend weniger Autos auf den Straßen.

Paradigmenwechsel für Wilhelmshaven dringend geboten

Ökologie und Ökonomie müssen mindestens den gleichen Stellenwert bekommen. Um der Natur wieder den gleichen Stellenwert einzuräumen, müssen verbindliche Eckpfeiler seitens der Politik geschaffen werden. Auf Landes- und Bundesebene ist man schon auf einem erfolgversprechenden Weg. Wilhelmshaven muss sich mit wegbewegen. Das industriegehorsame Wilhelmshaven muss selbständig nachhaltige Ziele entwickeln und umsetzen - weg vom Spagat zwischen Industrie und Umwelt - hin zu einer kompromisslos nachhaltigen Grünen Stadtstrategie mit viel zukunftsorientiertem Innovationspotential, für alle Bürger:innen, aber besonders für junge Menschen.

Wenn Deutschland Fahrradland werden will, muss Wilhelmshaven Fahrradoberzentrum werden.

Wolf-Dietrich Hufenbach
BASU | Wilhelmshaven
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