17|08|2015
Nachhaltigkeit neue Basis für Wilhelmshaven



Mit dem Abriss der Südzentrale verliert Wilhelmshaven ein wichtiges Stück architektonischer Geschichte.

Auf ihrer letzten Sitzung befasste sich die BASU mit einem ihrer Lieblingsthemen, der Nachhaltigkeit. Anlass dafür war natürlich der Abriss der Südzentrale.

Viel zu spät hat man sich seinerzeit mit dem historischen Gebäude befasst. Erst mit der Diplomarbeit von Corinna Nickel rückte dieses architektonisch hochinteressante Gebäude wieder in den Focus der Wilhelmshavener. Wir bedauern zutiefst, dass es nicht möglich gemacht wurde, dieses Gebäude zu erhalten.


Auch die ehemalige Albrechtschule, eine geschichtshistorisch hochinteressanter Bau, verfällt langsam vor sich hin und steht "natürlich" zum Verkauf.

In unserer sehr jungen Stadt Wilhelmshaven, gibt es nicht viele Gebäude, die man als historisch einstufen kann. Wenn aber frühzeitig damit begonnen wird, diese Gebäude zu benennen und die Geschichte dahinter aufzuarbeiten, werden mehr Wilhelmshavener Interesse an ihrer Stadt entwickeln. Helga Weinstock erinnerte an den den ehemaligen Schlachthof, die ehemalige Grundschule Albrechtstraße oder den Textilhof. Letzerer stammt, wie die abgebrochne Südzentrale, aus der Kaiserzeit und ist noch in einem Zustand, so dass man ihn erhalten kann.

Nachhaltigkeit bedeutet aber auch, keine Industrie-, Gewerbe-, oder Immobilien-Investitionsgebiete für Millionenbeträge auszubauen, wenn sie nicht erforderlich sind. Nach wie vor gibt es keine Interessenten für das Gewerbegebiet bei Antonslust in Langewerth. Die Investoren für den Banter-Seepark sind ebenfalls abgesprungen. Nach jahrelangem Bemühen tut sich endlich was auf dem Gelände des Jade-Weser-Parks in Friesland, was belegt, wie zäh das Geschäft mit den voreiligen Wachstums- und Investitionsversprechungen gleich neben dem neu geschaffenen Industriegebiet in Wilhelmshaven wirklich läuft.

"Man kann Gebäude renovieren", sagte Anette Kruse-Janßen, "man muss sie also nicht abreißen und neu bauen". Ein Beispiel dafür ist das Klinikum Wilhelmshaven. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge, wird sich die Stadt ein neues Krankenhaus aus eigener Kraft nicht leisten können. Renovieren und sukzessive modernisieren ist wesentlich billiger, als neu zu bauen. Ein Blick zum beliebten Nordwestkrankenhaus Sanderbusch reicht, um zu verstehen, dass es sich lohnt, ein Krankenhaus in alten Gemäuern auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und zu halten.

Lothar Heiungs sprach den Banter See mit seinen Vereinen und Freizeitgärten an, und auch das Freibad Klein Wangerooge. Wenn wir auch hier alles so lassen würden wie es ist, den Freizeitgärtnern Sicherheit geben würden, damit sie Ihre Gärten in einem guten Zustand erhalten, ist das ein Stück Nachhaltigkeit. Die BASU hat im Rat der Stadt den Antrag gestellt, den Vertrag mit dem Freizeit- und Gartenverein unbefristet zu verlängern, allerdings versehen mit einer fünfjährigen Kündigungsfrist. Dass der Brandschutz eingehalten werden muss, ist natürlich unbestritten.

Alles das ist kostenneutral möglich und macht aus Wilhelmshaven die Grüne Stadt am Meer, die sie´mal war.

Informationen zur Albrechtschule


Fristet wie viele interessante Wilhelmshavener Gebäude ein Dornröschendasein und steht zum Verkauf, die ehemalige Schule Albrechtstraße.

Inschrift auf der Tafel am ehemaligen Haupteingang:

" ... Architekt Ludwig Hörold
Die Nationalsozialistischen Machthaber beabsichtigten ab 1935 die Kriegsmarinestadt Wilhelmshaven zum Hauptwaffenplatz des Dritten Reiches auszubauen. Geplant waren im Gebiet Wilhelmshaven bis zu 500.000 Menschen.

Die neu hinzukommenden Werft- und Marinebediensteten und ihre Familien sollten in bis zu 30 neuen Gemeinschaftsiedlungen und Stadtteilen wohnen. Karl Pfeiffer (Reichsarbeitsministerium), Fritz Karl Schneider (Finanzministerium Oldenburg), Wilhelms Hallbauer (Stadt Wilhelmshaven) und das Oberkommando der Kriegsmarine (Berlin) planten ab 1938 den selbständigen Stadtteil Fedderwardegroden für 16.000 Menschen – wahrscheinlich die größte derartige Wohnsiedlung des damaligen Reiches.

Architekt Gustav Bork (Hannover) entwarf fast alle 70 Gebäudetypen in traditioneller Formsrache. Der Bau begann 1939 unter der Aufsicht Bauleitungsbüros Fritz Hilgenstock (Berlin) und der Wohnungsbaugesellschaft Jade (Wilhelmshaven). Am 28. 06. 1940 wurden die ersen der geplanten 4.100 Wohnungen bezogen. Am Ende des 2. Weltkrieges waren immerhin 3.000 Wohnungen fertiggestellt. Gemeinschaftseinrichtungen und Infastruktur waren nur mangelhaft vollendet.


Seit 1938 waren für Fedderwardergroden 5 Schulen bezeichnet als A–E mit Sporthallen und Sportplätzen vorgesehen. Diese erste Schule, die Schule A wurde im Jahr 1939 begonnen. Im November 1940 war Richtfest. Nördlich sollte eine Turnhalle angrenzen, deren Fundamente noch heute sichtbar sind.

Östlich sollte der Sportplatz liegen, südlich sollten ein Jugendheim und Lehrerwohnhäuser angrenzen. Der westlich gegenüberliegende Etagentrackt wurde von Ludwig Hörola ab 1941 geplant und gebaut.

Diese Schule wurde, als sie 1943 halbwegs fertiggestellt war, als Hilfskrankenhaus zweckentfremdet. Der Schulbetrieb mußte in eine Baracke vor dem Gebäude verlegt werden.

Sofort nach dem Krieg wurde die Schule wieder hergerichtet. Am 27. 1. 1947 begann der Schulbetrieb mit 971 Schülerinnen und Schülern, 12 Lehrkräften und 18 Klassen. 1950 bekam die Schule einen befestigten Schulhof und 1951 ein Schwimmlernbecken. Die Schule ist seit 1971/72 Grundschule."


2011 wurde sie geschlossen.




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