09|02|2017
Der Banter See in der postfaktischen Zeit



Der Banter See ist ein gewachsenes Stück Kultur, erschaffen durch die Eigeninitiative der Wilhelmshavener Bürger.

Immer wieder können wir in der Zeitung lesen: Der See ist tot und muss dringendst saniert werden.

Nun haben wir alle aus der jüngsten Vergangenheit lernen müssen, dass es ein probates Mittel ist, Behauptungen durch ständige Wiederholung den Anschein des Wahren zu geben.

Fangen wir mit der Forderung des Rundweges um den Banter See an. Wer in der Mitte des Grodendammes steht, liest auf einer Info Tafel: Rundweg um den Banter See. Folgen sie der Beschilderung. Da ist er also, der den es eigentlich gar nicht gibt. Ausgeschildert mit schönen Tafeln auf Kosten der Stadt Wilhelmshaven und teilweise auf Wegen, die vom Freizeit und Gartenverein gepflegt werden, für die Gäste und Wilhelmshavener, die sich auf den ca. 6 km langen Weg machen wollen.

Allerdings besteht die Forderung einiger politischer Gruppen darin, den Weg samt und sonders direkt ans Wasser zu verlegen. Dieses ist allerdings nur begrenzt möglich.

Die direkte Uferstrecke ist ca. 4.600 lang. 2.400m sind frei zugängliches Ufer. 800m gehören zu Manitowoc und bestehen aus gesprengten Kaianlagen, 400 m gehören zu Wassersportvereinen und 1.000 m zum Freizeit und Garten Verein.

Nimmt man den Wassersportvereinen diese 400m, so macht man es denen noch schwerer als man es ohnehin schon gemacht hat. Übernachtungsverbote und Pachterhöhungen haben deren Attraktivität und wirtschaftliche Existenz schon arg auf die Probe gestellt. Aber das will man sicherlich auch.

Der Freizeit und Garten Verein belegt 1.000 m Uferstrecke. Der von der Stadt gut ausgeschilderte Rundweg führt durch gepflegte Gartengelände in dem es von April bis Oktober grünt und blüht. Viele Wanderer haben sich immer wieder lobend über den Anblick geäußert. Sie genossen den Mix aus Gartenlandschaft und Wasser.

Nicht so schön fanden sie allerdings die 2.400 m des frei zugänglichen Ufers, dass von der Stadt gepflegt wird. Abgesehen von 200m am Banter See Park besteht dieses aus verrottenden Spundwänden und Schilf überwucherten gesprengten Kaianlagen, von Klein Wangerooge einmal abgesehen, aber auch hier geht schön anders. Selbst der Grodendamm als Teil der Wilhelmshavener Renommiermeile Jade Allee wurde zum Ort der städtischen Müllentsorgung. Anstatt sich um eine ansehnliche Uferbefestigung zu kümmern, hat man dort einfach die Altpflasterung der Marktstraße abgekippt. Eine private Firma hätte hierfür sicherlich eine Menge Strafe zahlen müssen.

Nun zum See selbst.
In den vergangenen Jahren ist dieser regelmäßig von einer Blaualgenpest heimgesucht worden. Viel Geld wurde ausgegeben, um die Ursachen zu erforschen. Eigentlich kennt man alle Fakten, aber die Lösung passt nicht in die Planung der Stadt.

Blaualgen sind Lebewesen und die brauchen Nahrung. Vorzugsweise Phosphate die in Mengen von den Schafen am Deich über den Rhinschlot in den See geleitet wurden. Also hat man das gestoppt. Zudem wurden alle anderen Zuflüsse überprüft und ggf. verschlossen. Sauerstoff wurde durch Freistrahlanlagen in die unteren Wasserschichten gepumpt.

Das Ergebnis lässt sich sehen. Vorletztes Jahr eine signifikante Verringerung der Blühte und letztes Jahr absolut keine. Im Hochsommer bei 22°C Wassertemperatur Sicht bis auf den Grund bei 1,8m Tiefe. So klar wie im Winter. Wer jetzt noch behauptet, der See sei tot, der ignoriert das Wissen der vielen Angler um den See. Wer jetzt weitere Untersuchungen fordert und den Grodendamm zwecks Wasseraustauschs öffnen will, der hat anderes im Sinn, nicht aber die Gesundung des Sees. Er befindet sich gerade wieder in der postfaktischen Wahrheitsfindung. Es ergibt sich weiterhin die Frage, wieso die Beatmung des Sees eingestellt wurde, wo man doch einen offensichtlichen Erfolg vorweisen konnte?

Die Strangulierungen der Wassersportvereine und die Drangsalierungen der Pächter des Freizeit und Gartenvereins habe nur das eine Ziel, die Freizeit um den See für Wilhelmshavener Bürger so unattraktiv wie möglich zu machen. Die angestrebte Öffnung des Grodendammes hat nicht die biologische Sanierung des Sees zur Zielsetzung sondern ist im Kontext zu sehen zur wirtschaftlichen Gesamtverplanung des Gewässers für zahlungskräftige Neubürger und Investoren. Ein weiterer Ausverkauf Wilhelmshavener Tafelsilbers, auf Kosten der eigenen Bürger.

Lieber schenkt man Jet Ports, Pizza Fabriken, Südzentralen Besitzern und Outlet Gurus Gehör und kreiert einen Rohrkrepierer nach dem nächsten, als sich einmal zurückzulehnen, die Augen zu schließen und nachzudenken, was wirklich wichtig ist.

Hängt die Politik den Bürger ab, weil die vielgepriesene und vor der Wahl gesuchte Nähe zu demselben, nach der Wahl lästig ist, so wird er sich das merken. Das nächste Wahlergebnis liegt dann nicht am Wähler und seinem Unverständnis für das „Große Ganze“, sondern an der Arroganz des Primates der Politik!

Bild: GRUPPO635.com | hufenbach
Lothar Heiungs


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