Nichts gelernt «Ein Vogelschutzgebiet für Wasserstoff»



Wie elementar wichtig Artenschutz ist, hat das Gros des Wilhelmshavener Rates nicht einmal ansatzweise begriffen.

23-09-2021 | Für das neue Goldene Kalb Wasserstoff möchte man nun wie selbstverständlich wieder einmal die Natur opfern.

Vor einigen Jahrzehnten spülte man den Voslapper Groden auf, um dort Industrie anzusiedeln. Dafür opferte man nicht nur etliche Wattflächen sondern sogar das geschichtsträchtige Dörfchen Inhausersiel. Das hatte zu Zeiten Napoleons der Kontinantalsperrre die Stirn geboten und war als damals einziger Hafen das sprichwörtliche Handelsnadelöhr.

Für den JadeWeserPort, dem vom Weltmarkt und vor allen Dingen den Reedern keine Beachtung geschenkt wird, opferte man den letzten verbliebenen Sandstrand (Geniusstrand), und machte völlig blauäugig prognostizierte Wachstumsraten gesellschaftsfähig.

Nun ist der neue Terminus Wasserstoff, als gäbe es gar keine Sonnenenergie, keine Tüftler, die Batterien entworfen haben, mit denen es gelingt, sämtliche Kohlekraftwerke überflüssig zu machen.

Private Firmen wollen wie üblich Milliarden investieren, damit sich Wilhelmshaven demnächst Goldene Wasserhähne für jeden Einzelhaushalt leisten kann?

Die Krönung ist Umweltminister Olaf Lies, der keine Bedenken sieht, ein Vogelschutzgebiet für die Industrie zu opfern. Dieser SPD-Politiker denkt anscheinend immer noch in Wachstum ohne Ende und da gerade Bundestagswahlen sind, werden hoffentlich SPD-stärkend, große Versprechen mit großer Eile verknüpft, damit vielleicht irgendwann 700 Arbeitsplätze entstehen können.

Wilhelmshaven soll Energiedrehscheibe bleiben und Alternativen wie ein Innovationsstandort oder die Bildung, die gerade mit unter der Wilhelmshavener Haushaltssperre darbt, bleiben wieder einmal auf der Strecke.

Die kommunale Haus- und Hofpresse hat parellel dazu wieder einmal nichts anderes zu tun, als ins gleiche Horn zu blasen. Wilhelmshaven steht mit dem Bau des Klinikums und dem Eigenanteil von 10 Prozent an der 157 Millionen Euro schweren Strukturhilfe im Gepäck am Rande des Ruins.

Abstimmung im Rat wirklichkeitsfremd

Die Argumente, die am 22. September 2021 vorgebracht wurden, um die flächendeckende Zustimmung zu erwirken, sind geschichtsträchtig und haben nichts gemein mit echter Innovation und Zukunftsfähigkeit, denn die muss auf eine viel breitere Basis gestellt werden.
Das Gros des Rates hat immer noch nicht verstanden, dass die Zukunft nicht in der Großindustrialisierung privater Vorhabenträger liegt, sondern viel mehr im Innovationspotential junger Menschen. Die wollen nicht mehr warten, sondern loslegen. Sie fahren immer weniger Auto, orientieren sich schon längst nicht mehr am Stellenangebot des Handwerks, sondern agieren digital vernetzt zukunftsorientiert.

Keine Frage, die Arbeit im üblichen Kontext wird bleiben, denn ohne Handwerk läuft kein Wasserhahn oder die neuen energiesparenden Laternen könnten nicht installiert werden. Für die kommenden Generationen aber muss Spielraum und Attraktivität geschaffen werden, Innovationspotential, damit sich diese Kräfte entfalten können, die Wilhelmshaven nachhaltig nach Vorne bringen werden.

Wasserstoff ist dabei aber nur ein Baustein, neben ganz vielen anderen. Nur zusammen und nicht mit Scheuklappen und Einbahnstraßenentscheidungen und damit viel zu lieb gewonnenen Gewohnheiten wird es gelingen Wilhelmshaven zukunftsfähig zu gestalten.
Für alle, die Zukunftsprojekte immer noch nicht gesamtheitlich betrachten, noch ein kleiner Hinweis eines ganz Grossen und leider Verstorbenen aus der SPD zur Privatisierung:
Zitat: " ... Privatisierung kommt von ‚privare’, ein lateinisches Wort mit der Bedeutung ‚berauben‘. Wenn nun eine Privatisierung stattfindet, dann werden Gemeinschaftsgüter von privaten Interessenten aufgekauft – oder sogar verschenkt […], und das ist nichts anderes, als eine Beraubung der Gemeinschaft. ... "
(Hermann Scheer | SPD | Film: Let´s Make Money | 2008 | https://www.geld.at/filme/lets-make-money)

Die Zeiten ändern sich

Wilhelmshaven wird sich nur dann von seiner Dauerstrukturschwäche erholen, wenn es einen Paradigmenwechsel auf einer breiten Basis vollzieht, kombiniert mit sehr viel mehr Geld für die Bildung.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Umwelt | Klima | Wirtschaft
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